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Euro 5- und 6-Verordnung
Neben Abgasvorschriften enthält die Euro 5-/ 6-Verordnung für den IAM wichtige Regelungen bezügl. des Zugangs des IAM zu den technischen Informationen der Fahrzeughersteller

Neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sollen umweltfreundlicher werden. Das ist das Ziel der Euro 5 Verordnung, die im Juni 2007 nach Verhandlungen in EU-Parlament und  Ministerrat veröffentlicht wurde.


Mit der Euro 5-Verordnung sollen die für Kraftfahrzeuge zulässigen Emissionen von Luftschadstoffen europaweit harmonisiert werden. Dabei geht es vorrangig um die Senkung der Partikel- und Stickoxidemissionen von Dieselfahrzeugen. Für neue Pkw und Transporter mit Dieselmotor werden Partikelfilter ein Muss.

Aus Sicht des freien Kfz-Teilemarktes finden sich die Kernelemente der Verordnung in Kapitel III. Dieses Kapitel regelt den Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformation.
Mit der Euro 5 Verordnung folgt die EU-Kommission dem so genannten „split-level approach“, d.h. der „politische“ Aspekt der Richtlinie lief durch das Mitentscheidungsverfahren von Europäischem Rat und Europäischem Parlament, während die technischen Details durch eine technische Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz der EU-Kommission festgelegt werden (Komitologieverfahren). Eine wichtige Etappe für Chancengleichheit im freien Kfz-Aftermarkt konnte im Komitologieverfahren zu Euro 5/6 bereits erzielt werden. Am 17. November 2010 haben die Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten im Fachausschuss „Technical Committee on Motor Vehicles“ (TCMV), in dem die technischen Details und Spezifikationen der Euro 5/6 Verordnung zu Abgasgrenzwerten und Reparaturinformationen beraten werden, den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Zusatz zur Verordnung angenommen. Mit diesem Zusatz soll den Akteuren des IAM die eindeutige Identifizierung von Ersatzteilen erleichtert und ein Zugang zu den elektronischen Servicehandbüchern und den Arbeitswerten der Fahrzeughersteller ermöglicht werden – ob die Regelungen ausreichen, wird sich noch zeigen. Auch eröffnet der nun verabschiedete Zusatz die Möglichkeit einer sogenannten Validierung der Prozesskette zwischen Fahrzeughersteller-ECUs und unabhängig produzierten VCIs (Vehicle Communication Interfaces). Diese ist wichtig, da die in der Euro 5/6 Verordnung angegebenen Standards für Software-Updates herstellerspezifische „Dialekte“ zulassen, die in Mehrmarken-Diagnosegeräten Berücksichtigung finden müssen.

Der GVA hat sehr bedauert, dass die EU-Kommission die Pflicht der Bereitstellung technischer Informationen durch die Fahrzeughersteller nicht in die Rahmenrichtlinie zur Typgenehmigung von Fahrzeugen (Neufassung der Richtlinie 70/156/EWG) aufgenommen hat. Umso wichtiger war es, diese Regelung, die auch den Verbraucher schützt, in der Euro 5 Verordnung fortzuschreiben.


Was fordert der GVA?

Im Rahmen des Komitologieverfahrens muss der Anspruch der unabhängigen Marktbeteiligten auf Zugang zu den Rohdaten der Fahrzeughersteller in Euro 5-/6 rechtlich verankert werden. Der freie Markt benötigt diesen „Stoff aus dem die Kataloge sind“, um unter der Maßgabe des Wettbewerbs im Kfz-Aftermarket eigene Teilekataloge mit der gleichen Eindeutigkeit zu gestalten, wie die Fahrzeughersteller.
'Der Stoff aus dem die Kataloge sind' Oder: Was sind Rohdaten?[einblenden]
Jeder Pkw verfügt über eine Fahrzeugidentifikationsnummer (engl. Kürzel VIN, früher die Fahrgestellnummer). Die VIN enthält den Herstellerschlüssel eines Fahrzeugs sowie eine (meist baujahrabhängige) fortlaufende Nummer. Die Fahrzeughersteller verzeichnen die VIN eines jeden Fahrzeugs und die dazugehörige Ausstattung inklusive OE-Teilenummern in ihren Systemen. Die Ersatzteilbestellung beim Fahrzeughersteller über die VIN eines bestimmten Fahrzeugs ermöglicht es deshalb, das benötigte Teil eindeutig zu identifizieren und zu liefern. Unabhängige Marktbeteiligte können aus der VIN lediglich Typ und Baujahr eines Fahrzeugs ablesen, welche Teile genau darin verbaut sind erschließt sich nicht, denn die unabhängigen Marktbeteiligten haben bislang zumeist keinen Zugriff auf das Sonderwissen des Fahrzeugherstellers, welches Fahrzeug mit welcher spezifischen Konfiguration sich hinter der fortlaufenden Nummer in der VIN verbirgt. Der freie Markt benötigt aber Zugang zu diesen als „Rohdaten“ bezeichneten Relationen. Im Interesse der Chancengleichheit muss den unabhängigen Marktteilnehmern ermöglicht werden, effizient und eindeutig festzustellen, welchen Fahrzeugen welche Teile zugeordnet worden sind, d.h. umgekehrt, welche VINs bestimmten Teilen zugeordnet werden können. Auf dieser Grundlage könnten die unabhängigen Marktbeteiligten den OE-Teilenummern IAM-Pendants zuordnen und die eigenen Teilekataloge ebenso eindeutig gestalten, wie die OE-Kataloge der Fahrzeughersteller
Was sind Reparatur- und Wartungsinformationen?[einblenden]
Reparatur- und Wartungsinformationen umfassen nach Artikel 6 der Verordnung
  • die eindeutige Identifizierung des Fahrzeugs,
  • Servicehandbücher,
  • technische Anleitungen,
  • Informationen über Bauteile und Diagnose (z. B. untere und obere Grenzwerte für Messungen),
  • Schaltpläne,
  • die Fehlercodes des Diagnosesystems (einschließlich herstellerspezifischer Codes),
  • die für den Fahrzeugtyp geltende Kennnummer der Softwarekalibrierung,
  • Information über Spezialwerkzeuge und -geräte und mithilfe herstellerspezifischer Einrichtungen übermittelte Information und
  • Information über Datenspeicherung und bidirektionale Kontroll- und Prüfdaten.
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