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Marktvolumina
Der freie Kfz-Service-Markt existiert neben dem Vertriebsweg der Fahrzeughersteller und der ihnen angeschlossenen autorisierten Händler und Werkstätten. Der Markt für Kfz-Ersatzteile ist von den benachbarten Märkten für Motorrad-Ersatzteile, Zubehör, Treibstoffe, Öle, Werkzeuge, Geräte, Maschinen, Ausrüstungen für Werkstatt und Tankstellen abzugrenzen. Natürlich sind die Grenzen im Marktalltag fließend, so verkauft der freie Kfz-Teilehandel gleichzeitig im Regal nebeneinander die Produkte der “verschiedenen Teilmärkte”, die gemeinsam den sog. Kfz-Aftermarket bilden. Auf diesem freien Kfz-Service-Markt treten die freien Großhändler von Kfz-Ersatzteilen als Marktalternative zu den Automobilkonzernen auf. Aus dieser Abgrenzung wird deutlich, dass der Markt für Kfz-Ersatzteile in einen freien Teil und einen gebundenen (daher von den Fahrzeugbauern abhängigen) Teil gegliedert ist.Der freie Kfz-Teile-Großhandel zählt vor allem gewerbliche Endverbraucher und andere Einzelhandelsunternehmen (z.B. Baumarktketten) zu seinen Kunden. Als gewerbliche Endverbraucher treten in der Regel freie Werkstätten, Facheinzelhändler und Tankstellen auf, doch kaufen ebenso autorsierte Vertragshändler bzw. Werkstätten der Automobilkonzerne beim freien Kfz-Teilehandel hinzu.  Die "Aftermarket-GVO" 461/2010 (Gruppenfreistellungsverordnung für den Vertrieb von Kfz-Ersatzteilen und den Werkstattmarkt) samt begleitende Leitlinien ermöglicht den Vertragshändlern der Fahrzeughersteller, qualitätsgleiche Ersatzteile  im freien Kfz-Teilehandel zu kaufen.Einige Kfz-Teile-Großhändler richten sich auch vertikal auf dem Markt aus, d.h. sie treten nicht nur als Großhändler und Ersatzteilelieferant für gewerbliche Abnehmer auf, sondern verkaufen auch direkt an den Endverbraucher oder bieten einen eigenen Werkstattservice an.
 
(Quelle: BBE Automotive GmbH) Mit einem Volumen von rund 30,5 Mrd. Euro ist der Pkw-Aftermarket ein wichtiger Pfeiler des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
 
 
Entwicklung der Marktanteile

Dem freien Werkstattmarkt ist es in den letzten Jahren gelungen, sich Stück um Stück besser im Gesamtmarkt zu positionieren und Anteile hinzu zu gewinnen. Diese Entwicklung hat verschiedene Gründe:
  • das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands steigt kontinuierlich an (auf über 8 Jahre)
  • steigende Gesamtzahl der angemeldeten Kfz
  • zunehmende Professionalisierung des freien Werkstattmarktes (insbesondere durch Zunahme der Systemwerkstätten)
  • gekündigte Vertragsbetriebe nehmen ihre Kunden mit in den freien Markt
  • zunehmende Preissensibilität des Autofahrers
Der Anteil der autorisierten Schiene am gesamten Wartungs- und Reparaturgeschäft lag im Jahr 2016 bei 52 %. Die freien Betriebe konnten 2016 einen Marktanteil von 35 % erzielen. Ausschlaggebend für den Ort der Wartung ist auch das Alter des Fahrzeugs. Es gilt: Je älter das Fahrzeug, desto wahrscheinlicher kommt es zur Wartung in die freie Werkstatt. Ein dramatischer Bruch vollzieht sich nach den DAT-Zahlen etwa ab 10. Fahrzeugjahr. Ab dem 10. Fahrzeugjahr kommen Autos nur noch zu 29 % zur Wartung in die Vertragswerkstatt, werden aber zu 53 % im freien Markt gewartet und repariert. Bei Fahrzeugen zwischen 6 und 8 Jahren beträgt das Verhältnis von autorisierten zu freien Betrieben immerhin noch 58 % zu 34 %.
 
Quelle: DAT Report 2017
 
 
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