GVA - Garantie und Gewährleistung - Leitfaden - page 2

fahrübergang ein Mangel an einem erworbenen
Fahrzeug zeigt, wird vermutet, dass es bereits
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- es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art des
Mangels unvereinbar (etwa bei Teilen, die natürli-
cherweise verschleißen wie Bremsbeläge). In der
Praxis bedeutet das, dass der Verkäufer in den
ersten sechs Monaten nach dem Verkauf in der
Pflicht steht zu beweisen, dass der Mangel zum
Verkaufszeitpunkt noch nicht bestand. Nach Ablauf
dieser Frist muss dann der Käufer beweisen, dass
der Mangel zum Verkaufszeitpunkt bereits bestand.
Von der Gewährleistung zu unterscheiden sind
Garantien
. Hier sichert ein Garantiegeber im ver-
traglich vereinbarten Garantiefall bestimmte Leistun-
gen zu. Der Garantiegeber kann auch der Hersteller
sein. Um diese Leistungen zu erhalten, müssen häu-
fig bestimmte Garantiebedingungen erfüllt werden.
Die Garantiebedingung eines Fahrzeugherstellers,
wonach die Wartung in einer freien Werkstatt zu ei-
nem Garantieverlust führt, ist meistens unwirksam
(siehe Fallgruppen).
Kulanz
stellt eine rein freiwillige Leistung dar, die
auch nach Ablauf von Gewährleistungs- und Garan-
tieansprüchen vom Verkäufer/Hersteller/Importeur
im Einzelfall gewährt werden kann - oder auch nicht.
Aufgrund der Freiwilligkeit der Leistung hat der Au-
tofahrer keinen rechtlichen Anspruch, die Fahrzeug-
hersteller können Kulanz nach eigenem Ermessen
zeigen. So ist es möglich, dass sie die Gewährung
von Leistungen auf Kulanz etwa davon abhängig
machen, ob Wartung und Reparatur zuvor in einer
Vertragswerkstatt durchgeführt wurden.
Autofahrer kennen das: das Fahrzeug muss repariert
werden, eine Inspektion steht an oder ein Unfall macht
eine Instandsetzung nötig - nur, was muss bei der Werk-
stattwahl beachtet werden, um ggf. bestehende Garan-
tie- und Gewährleistungsansprüche nicht zu gefährden?
Kann man eine Mehrmarkenwerkstatt (besser bekannt
als „freie Werkstatt“) aufsuchen oder muss man zwin-
gend einen vom Fahrzeughersteller autorisierten Servi-
cebetrieb („Vertragswerkstatt“) nutzen? Die Unsicher-
heit unter den Autofahrern ist groß, niemand möchte
etwa seine Neuwagengarantie aufs Spiel setzen. Ver-
schiedentlich nutzen Fahrzeughersteller diese Ängste
geschickt in ihrem Sinn und nicht selten werden dabei
Verbraucher in die Irre geführt.
Garantie, Gewährleistung, Kulanz – auf den
Punkt gebracht
Garantie, Gewährleistung und Kulanz sind drei Begriffe,
die oftmals durcheinander gebracht werden, obwohl sie
im juristischen Sinne grundverschiedene Dinge bezeich-
nen. Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf
das Verhältnis zwischen gewerblichen Verkäufern und
Verbrauchern.
Die
Gewährleistung
(juristisch korrekt: Sachman-
gelhaftung) dient dem Schutz des Käufers und regelt
bestimmte Verpflichtungen des Verkäufers. Die Ge-
währleistung gilt daher nur im Verhältnis zwischen
Käufer (z.B. Autokäufer) und dem Verkäufer (z.B.
dem Autohaus). Ist ein Fahrzeug mangelhaft, kann
der Käufer eine Nacherfüllung verlangen. Dem nach-
geordnet gibt es Möglichkeiten, vom Kauf zurückzu-
treten oder eine Kaufpreisminderung zu fordern. Bei
Neufahrzeugen gilt grundsätzlich eine Gewährleis-
tungsfrist von zwei Jahren, bei Gebrauchtfahrzeu-
gen kann diese auf ein Jahr verkürzt und beim Ver-
kauf von Privat sogar ganz ausgeschlossen werden.
Wenn sich innerhalb von sechs Monaten seit Ge-
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