Die KFZ-Teileindustrie - page 2-3

1. Originalersatzteile
Eine Komponente gilt gemäß EU-Wettbewerbsrecht als
„Originalersatzteil“, wenn sie den Produktionsnormen
und Spezifikationen entspricht, die der Fahrzeugherstel-
ler für die Fertigung des Teils beim Bau eines Fahrzeugs
vorgibt. Oftmals stammen die Teile, die der Fahrzeugher-
steller mit seinem Logo verkauft, vom selben Band wie
die Komponenten, die mit dem Logo des Teileherstellers
versehen sind und über den freien Kfz-Teilehandel bezo-
gen werden können.
2. Qualitativ gleichwertige Ersatzteile
Neben den „Originalersatzteilen“ dürfen vom Fahrzeug-
hersteller autorisierte Servicebetriebe auch „qualitativ
gleichwertige Ersatzteile“ verwenden. Darunter versteht
man Komponenten, die gemäß EU-Kommission so hoch-
wertig sein müssen, dass ihre Verwendung das Anse-
hen des Vertriebsnetzes des Fahrzeugherstellers nicht
gefährdet.
Der Fahrzeughersteller darf den Betrieben seines Ser-
vicenetzes nicht untersagen, „Originalersatzteile“ oder
„qualitativ gleichwertige Ersatzteile“ des freien Marktes
zu verwenden. Lediglich im Rahmen etwa von Rückrufak-
tionen, Fehlerbeseitigung (Gewährleistung) oder Kulanz
darf er Vorgaben machen, d.h. immer dann, wenn er die
Materialkosten trägt.
Freie Kfz-Servicebetriebe können selbst entscheiden,
ob sie „Originalersatzteile“, „qualitativ gleichwerti-
ge Ersatzteile“ oder Teile anderer Qualität des freien
Marktes verwenden. Natürlich müssen die gesetzli-
chen Anforderungen eingehalten werden.
Der Kfz-Ersatzteilmarkt in Deutschland
Qualitätsteile des freien Marktes
für alle Werkstätten
Etwa 80 Prozent der Teile eines Fahrzeugs werden nicht
vom Fahrzeughersteller, sondern von Zulieferern ge-
fertigt. Diese und andere Teileproduzenten liefern ihre
Produkte für den Kfz-Ersatzteilmarkt auch an die Un-
ternehmen des freien Kfz-Teilehandels, deren größte
Kundengruppe die etwa 38.400 freien und gebundenen
Werkstätten in Deutschland bilden.
Die Kfz-Teileindustrie trägt mit ihren Innovationen ent-
scheidend zur globalen Stärke der Automobilwirtschaft
bei. Ohne diese Unternehmen wäre das Produkt „Auto-
mobil“ in der heutigen Form gar nicht denkbar. So sind
z.B. ABS, ESP, die elektronische Bremse oder das in-
telligente Kurvenlicht Entwicklungen der Zulieferindust-
rie. Über die Unternehmen des freien Kfz-Teilehandels
können alle Servicebetriebe, ob frei oder gebunden, die
Produkte der renommierten Teilelieferanten beziehen.
Vom Fahrzeughersteller autorisierte Servicebetriebe
können die Teile der Kfz-Teileindustrie über den freien
Teilehandel beziehen und verwenden. Der Fahrzeugher-
steller darf sie daran nicht hindern, solange sie Teile ver-
wenden, die qualitativ mindestens gleichwertig sind zu
denen des Fahrzeugherstellers. Darunter fallen folgende
Komponenten:
Teilehersteller
Fahrzeug-
hersteller
48,1 Mio Kfz in Deutschland
freie Werkstätten
Vertragswerkstätten
der Fahrzeughersteller
Freier Kfz-
Teile-Großhandel
Teilevertrieb
der Fahrzeughersteller
DIE KFZ-TEILEINDUSTRIE:
HANDELN FÜR WETTBEWERB!
Die Kfz-Teileindustrie bietet ihren Kunden mehr als
„nur“ Ersatzteile oder Reparaturkits. Viele Unterneh-
men unterhalten eigene Aftermarket-Organisationen,
die sich für den Teilehandel und die Werkstätten en-
gagieren. So bereitet die Kfz-Teileindustrie die für die
Kataloge des Independent Aftermarket (IAM) benötig-
ten Daten zur Ersatzteilidentifikation auf und schafft so
eine wichtige Grundlage dafür, dass Servicebetriebe
die Wahlmöglichkeit haben, wo sie Teile beziehen.
Die Nähe zur Werkstatt wird großgeschrieben: ver-
schiedene Unternehmen der Teileindustrie unterhalten
eigene meist spezialisierte Werkstattsysteme, um die
Arbeit in den Betrieben zu unterstützen.
Auf Fachmessen und Leistungsschauen, wie den
Hausmessen des Teilehandels, präsentieren die Teile-
hersteller ihre innovativen Produkte und Dienstleistun-
gen. Und sie kommen den Informationsbedürfnissen
der Servicebetriebe nach: So unterhalten sie etwa In-
formationsportale im Internet oder bieten Produktschu-
lungen an, die speziell auf die Bedürfnisse der Werk-
stätten zugeschnitten sind. Besonders wichtig ist auch
die Unterstützung abseits des unmittelbaren Tagesge-
schäfts: Viele Unternehmen der Kfz-Teileindustrie sind
Mitglied im Gesamtverband Autoteile-Handel und un-
terstützen damit die Arbeit des GVA für faire rechtliche
Rahmenbedingungen im gesamten Kfz-Aftermarket.
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