Anfang April 2024 hat der GVA ein Positionspapier mit 10 Forderungen an die Bundesregierung versendet und in den bekannten Fachmedien publiziert. Eine der Forderungen lautet, dass neue Antriebstechnologien mit alternativen CO2-neutralen Kraftstoffen gefördert werden sollten, anstatt einseitig nur ein Verbrennerverbot auszusprechen und die Elektromobilität zu subventionieren. Diese Forderung hat eine sehr positive Resonanz ausgelöst und die Bitte nach konkreten Erläuterungen nach sich gezogen. Zu diesem Thema gibt es zahlreiche, sehr komplexe wissenschaftliche Abhandlungen, die der GVA als Grundlage seiner Positionierung herangezogen hat. Unter die neuen Antriebstechnologien fallen die Hybridantriebe, Wasserstoffaggregate, Brennstoffzellen und natürlich die Antriebe mit den alternativen Kraftstoffen Gas, eFuels und reFuels, wobei die zwei letzteren möglichst CO2-neutral produziert werden sollen. Ungeachtet dessen werden die herkömmlichen Verbrennungsmotoren noch für einige Jahrzehnte die Hauptantriebsarten weltweit und auch in Deutschland bleiben. Daher gilt es aktuell, nicht nur einseitig auf den Ausbau der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge zu setzen, sondern auch die Fahrzeugindustrie in der Entwicklung von effizienteren Antriebssystemen UND neuer Kraftstoffe zu unterstützen. Bereits seit einigen Jahren sind z.B. Diesel- und Benzinkraftstoffe mit 33 Prozent Anteil an regenerativen Stoffen auf dem Markt. Durch die Weiterentwicklung von e- und reFuels kann der fossile Anteil an den Kraftstoffen noch zusätzlich reduziert werden. Mit einem weiteren Blick in die Zukunft soll auch der regenerativ gewonnene Wasserstoff als Energieträger eine gewichtige Rolle spielen, der direkt im Verbrennungsmotor oder in Brennstoffzellen eingesetzt werden kann. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, der mit der heute verfügbaren Technik CO2-reduziert gegangen werden muss. Elektrofahrzeuge, die ihren Strom aus hauseigenen PV-Anlagen ziehen können, leisten hier sicherlich einen guten Beitrag. Leider ist ihr Anteil am gesamten Fuhrpark so gering, dass er lediglich für das gute Gewissen ihrer Fahrzeughalter dienen kann. Für die restlichen Elektrofahrzeuge gilt für die nächsten Jahre noch die traurige Wahrheit, dass deren Ökobilanz aufgrund des deutschen Energiemixes mit einem hohen Anteil an Braunkohle- und Gaskraftwerken keinen ökologischen Vorteil gegenüber modernen Verbrennerfahrzeugen darstellt. Die Akzeptanz von batterieelektrischen Fahrzeugen ist nach dem Wegfall der staatlichen Subventionen deutlich rückläufig, da für viele Autofahrer die Preise nach wie vor zu hoch und die Reichweiten sowie die Anzahl der verfügbaren Ladepunkte noch zu gering sind. So könnte der Zulauf auf Hybridfahrzeuge wieder steigen, was einerseits die Akzeptanz des Elektroantriebs erhöhen kann und andererseits den Einsatz alternativer Kraftstoffe sinnvoll macht. Daher appelliert der GVA mit Nachdruck an die Politik, mit klaren Regelungen die Planungssicherheit für Investitionen in die genannten Technologien herzustellen.
