Das statistische Bundesamt hat kürzlich bekanntgegeben, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2025 um 0,1 Prozent geschrumpft ist. Zwar sind die privaten und staatlichen Konsumausgaben gestiegen, jedoch sind die Investitionen zurückgegangen. Damit ist die leichte Wiederbelebung im ersten Quartal 2025 (Wachstum +0,3 Prozent) von der Realität eingeholt worden. Die deutsche Volkswirtschaft stagniert immer noch an der 0-Prozent-Marke. In der Mitgliederbefragung des GVA nach dem 2. Quartal 2025 beurteilen keine fünf Prozent die allgemeinwirtschaftliche Lage Deutschlands nach dem ersten Halbjahr 2025 „gut“. Hingegen stellen knapp 36 Prozent ein „schlechtes“ Zeugnis aus und ca. 60 Prozent bewerten die Lage „mittel“. Zwar hat sich durch den geschlossenen Zoll-Deal mit der Trump-Administration die Unsicherheit vermeintlich verringert, wie sich diese Vereinbarung konkret auswirkt, muss sich erst noch zeigen. Ebenfalls bleibt abzuwarten, wie die staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Rüstung den privaten Sektor beleben und die Produktionskapazitäten in Deutschland auslasten. Die staatlichen Aktivitäten dürfen jedoch zwei Sachen nicht: Zum einen dürfen staatliche nicht private Investitionen verdrängen und die Inflation anheizen. Zum anderen dürfen staatliche Investitionen nicht zu einer weiter nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit führen, indem sie kommende Generationen mit einer hohen Schuldenlast beeinträchtigten. Investitionen müssen Mehrwert schaffen. Es ist sinnvoller die Investitionsbereitschaft der vielen hochinnovativen und standorttreuen Unternehmen in Deutschland durch eine kluge Gesetzgebung zu stimulieren. Ich kann garantieren, dass die GVA-Mitglieder weiterhin bereit sind an der Zukunftsfähigkeit mitzuwirken, Arbeitsplätze und Existenzen zu schaffen und ihrer Verantwortung gerecht zu werden.
Die Lage der Branche ist indes stabil und hebt sich von der mittel bis schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage ab. Der freie Autoteile-Großhandel ist im ersten Halbjahr 2025 nominal um 3,3 Prozent gewachsen. Das ist mit Blick auf die hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre eine gute Situation. Die Ergebnisse der jüngsten GVA-Mitgliederbefragung zeigen außerdem, dass die absolute Mehrheit (sowohl Handel als auch Industrie) steigende Umsätze im 1. Halbjahr 2025 (im Vergleich zum 1. Halbjahr 2024) verzeichnen konnte. Die Besitzumschreibungen im PKW und NKW-Bereich sind im Gegensatz zu den Neuzulassungen auf einem guten Niveau und die Werkstätten sind ausgelastet. Mit Blick auf das zweite Halbjahr 2025 gehen die GVA-Mitglieder davon aus, dass sich die stabile Ertragslage der Branche fortsetzt.
