Moderne Fahrzeuge sind sicherer, komfortabler und intelligenter als je zuvor. Doch der technische Fortschritt hat seinen Preis. Selbst vergleichsweise kleine Schäden verursachen heute regelmäßig Reparaturkosten in vierstelliger Höhe. Umso wichtiger ist daher ein funktionierender Wettbewerb im Kfz-Servicemarkt. Der freie Markt ist Grundvoraussetzung, individuelle Mobilität mit dem eigenen Auto bezahlbar zu halten.
Wer vor 15 oder 20 Jahren nach einem kleinen Parkrempler mit seinem Auto in die Werkstatt fuhr, hat sich sicherlich auch schon über die Rechnung geärgert. Einen wahren Schock dürfte der zu zahlende Betrag aber nur selten beim Kunden ausgelöst haben. Das hat sich grundlegend geändert: Heute genügt häufig schon ein beschädigter Stoßfänger, ein Kratzer auf dem Scheinwerfer oder ein Steinschlag in der Windschutzscheibe, um Reparaturkosten von mehreren Tausend Euro zu verursachen.
Hightech treibt die Kosten
Der wichtigste Kostentreiber ist die zunehmende Technisierung moderner Fahrzeuge. Fahrerassistenzsysteme, Radar- und Kameratechnik, Sensoren oder Matrixscheinwerfer unterliegen gesetzlichen Vorgaben und sorgen für ein Höchstmaß an Komfort und Sicherheit, machen Reparaturen aber auch aufwendiger und teurer.
Das zeigt sich zum Beispiel beim Austausch einer Windschutzscheibe. Wo früher lediglich die Scheibe ersetzt wurde, müssen heute Kameras für den Spurhalteassistenten oder die Fernlichtautomatik neu kalibriert werden. Denn diese sind bei modernen Fahrzeugen in der Regel direkt hinter der Frontscheibe platziert. So können bei einem VW Golf oder einem Audi A3 allein für die Neukalibrierung der Kameras in der Windschutzscheibe Kosten in Höhe von 825 Euro netto anfallen.
Der Scheinwerfer als Sinnbild
Besonders deutlich wird die fast schon explosionsartige Steigerung der Kosten bei modernen Laser- und Matrix-Scheinwerfern. Diese bestehen heute aus komplexen Baugruppen mit Elektronik, Steuergeräten und Sensorik. Problematisch ist dabei, dass bei einer Beschädigung oder einem Defekt zumeist die komplette Einheit ersetzt werden muss. Schon ein Kratzer am Frontglas kann ausreichen, dass ein ansonsten voll funktionsfähiger Scheinwerfer in den Müll wandert. Es ist in der Regel nicht möglich, einfach nur das Glas auszutauschen.
Der ADAC nennt als Beispiel einen Fahrzeughersteller, dessen Laserscheinwerfer allein mit rund 3.300 Euro netto zu Buche schlägt. Zusammen mit dem Stoßfänger, der Lackierung und erforderlichen Arbeitszeit summiert sich die Reparatur eines kleinen Frontschadens auf nahezu 8.000 Euro.
Steigerung der Kosten deutlich über der allgemeinen Inflation
Neben der zunehmenden technologischen Komplexität und der fehlenden Reparaturmöglichkeit von Komponenten gibt es weitere Entwicklungen, die die Kosten für Kfz-Reparaturen in die Höhe treiben. Auch allgemein steigende Ersatzteilpreise, Lohn- und Energiekosten in den Werkstätten und aufwendigere Reparaturprozesse sorgen für hohe Rechnungsbeträge. Nach Aussage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) steigen die Reparaturkosten seit Jahren schneller als die allgemeine Inflation – ein Trend, der sich fortsetzen dürfte. Design- und Markenrechte schränken die Auswahl der Autofahrer bei der Reparatur ein, einer der Hauptgründe für den starken Anstieg bei den Reparaturkosten.
Vor diesem Hintergrund gewinnt der freie Kfz-Reparaturmarkt an Bedeutung. Freie Werkstätten und der unabhängige Kfz-Teilehandel sorgen für Wettbewerb und bieten Fahrzeughaltern eine wirtschaftlich attraktive Alternative zu den Vertragsbetrieben der Fahrzeughersteller. Durch den Einsatz hochwertiger Ersatzteile aus dem Independent Automotive Aftermarket (IAM) lassen sich viele Reparaturen kostengünstiger durchführen – ohne Kompromisse bei Qualität oder Sicherheit einzugehen. Vor allem bei älteren Fahrzeugen trägt der freie Servicemarkt wesentlich dazu bei, die individuelle Mobilität bezahlbar zu halten und mit zeitwertgerechten Reparaturen eine wirtschaftliche Alternative anzubieten.
Wie Autofahrer ihre Reparaturkosten begrenzen können
Hohe Reparaturkosten lassen sich leider nicht vollständig vermeiden. Fahrzeughalter können jedoch einiges tun, um die finanzielle Belastung zu reduzieren. Ein entscheidender Punkt ist bereits die Fahrzeugwahl.
Vor größeren Reparaturen lohnt z.B. ein Preisvergleich. Professionelle Werkstätten erstellen gerne einen Kostenvoranschlag. Nicht nur bei älteren Fahrzeugen können industriell aufbereitete Austauschteile (Stichwort Remanufacturing) eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative sein. Für industriell wieder aufbereitete Teile gelten zahlreiche Qualitätsnormen und sie beinhalten dieselbe Gewährleistung/Garantie wie Neuteile. Im freien Kfz-Servicemarkt haben sich zahlreiche spezialisierte Unternehmen etabliert, die Komponenten wie Lichtmaschinen, Anlasser, Steuergeräte oder Scheinwerfer fachgerecht instand setzen.
Nicht zuletzt empfiehlt es sich, kleinere Schäden frühzeitig beheben zu lassen, bevor daraus eine teure Folgereparatur entsteht. Denn aus einem kleinen Steinschlag wird schnell ein kompletter Scheibentausch.
Reparierbarkeit stärker in den Fokus
Der Trend zu immer komplexeren Fahrzeugen wird sich fortsetzen. Umso wichtiger ist es, dass Hersteller die Reparierbarkeit von Komponenten wieder stärker berücksichtigen. Denn nicht nur finanziell, sondern auch ökologisch ist es mehr als fragwürdig, bei einer kleinen Beschädigung eine komplette Baugruppe austauschen zu müssen. Eine übertriebene technische Komplexität darf nicht zum Geschäftsmodell der Fahrzeughersteller werden.
Ebenso braucht es einen leistungsfähigen freien Reparaturmarkt mit einem fairen Zugang zu Fahrzeugdaten, Ersatzteilen und Reparaturinformationen. Nur so bleiben Wettbewerb und Wahlfreiheit erhalten – und damit eine wesentliche Voraussetzung für eine bezahlbare individuelle Mobilität.
Die Pressemittelung zum Download.
FAQ
1. Warum sind schon kleine Schäden wie ein Parkrempler heute so teuer?
Der wichtigste Kostentreiber ist laut Pressemitteilung die zunehmende Technisierung moderner Fahrzeuge. Fahrerassistenzsysteme, Radar- und Kameratechnik, Sensoren und Matrixscheinwerfer machen Reparaturen aufwendiger und teurer. Ein Beispiel: Beim Austausch einer Windschutzscheibe müssen heute die dahinter platzierten Kameras für Spurhalteassistent oder Fernlichtautomatik neu kalibriert werden.
2. Was können Autofahrer tun, um ihre Reparaturkosten zu begrenzen?
Bereits die Fahrzeugwahl ist ein entscheidender Punkt. Vor größeren Reparaturen lohnt sich ein Preisvergleich - professionelle Werkstätten erstellen gerne einen Kostenvoranschlag. Außerdem können industriell aufbereitete Austauschteile (Remanufacturing) eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative sein; für diese gelten zahlreiche Qualitätsnormen und sie beinhalten dieselbe Gewährleistung bzw. Garantie wie Neuteile. Im freien Kfz-Servicemarkt haben sich spezialisierte Unternehmen etabliert, die Komponenten wie Lichtmaschinen, Anlasser, Steuergeräte oder Scheinwerfer fachgerecht instand setzen. Schließlich sollten kleinere Schäden frühzeitig behoben werden, bevor daraus teure Folgereparaturen entstehen - aus einem kleinen Steinschlag wird sonst schnell ein kompletter Scheibentausch.
3. Welche Rolle spielt der freie Kfz-Reparaturmarkt - und was fordert der GVA von den Fahrzeugherstellern?
Der freie Kfz-Reparaturmarkt ist die Grundvoraussetzung, um individuelle Mobilität bezahlbar zu halten: Freie Werkstätten und der unabhängige Kfz-Teilehandel sorgen für Wettbewerb und bieten eine wirtschaftlich attraktive Alternative zu den Vertragsbetrieben der Fahrzeughersteller. Hochwertige Ersatzteile aus dem Independent Automotive Aftermarket (IAM) ermöglichen kostengünstigere Reparaturen - ohne Kompromisse bei Qualität oder Sicherheit. Vor allem bei älteren Fahrzeugen hält der freie Servicemarkt mit zeitwertgerechten Reparaturen die Mobilität bezahlbar. Zugleich fordert der GVA, dass Hersteller die Reparierbarkeit von Komponenten wieder stärker berücksichtigen sollten - ökologisch und finanziell sei es fragwürdig, bei einer kleinen Beschädigung eine komplette Baugruppe austauschen zu müssen. Eine übertriebene technische Komplexität dürfe nicht zum Geschäftsmodell der Hersteller werden. Notwendig ist außerdem ein leistungsfähiger freier Reparaturmarkt mit fairem Zugang zu Fahrzeugdaten, Ersatzteilen und Reparaturinformationen - nur so blieben Wettbewerb und Wahlfreiheit erhalten.