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JMV und Kongress 2017

Am 7. November 2017 fand in Hannover die Jahresmitgliederversammlung des GVA statt. Über 270 Vertreter aus dem Kfz-Teilegroßhandel, der Kfz-Teileindustrie und von Anbietern technischer Informationen diskutierten bei diesem Branchentreffen aktuelle wirtschaftliche und wettbewerbspolitische Themen des Kfz-Ersatzteil- und Servicemarktes sowie Anliegen ihres Verbands.

 

 

Einen wichtigen Punkt auf der Tagesordnung der Jahresmitgliederversammlung bildeten die Wahlen zum Präsidium des GVA, die turnusgemäß alle drei Jahre stattfinden. Die wahlberechtigten Handelsmitglieder bestätigten dem Wahlleiter Erhard Pannenbecker dabei einstimmig die bisherige Zusammensetzung des Gremiums. Für weitere drei Jahre wurde Hartmut Röhl zum GVA-Präsidenten gewählt. Er wird von den ebenfalls wiedergewählten Präsidiumsmitgliedern Michael Göhrum (Göhrum Fahrzeugteile GmbH, Sindelfingen), Rüdiger Hahn (Christian Winkler GmbH & Co. KG, Stuttgart), Michael Katschmanowski (Johannes J. Matthies GmbH & Co. KG, Hamburg), Stephan Klatt (Hennig Fahrzeugteile GmbH, Essen), Fabian Roberg (Alliance Automotive Germany GmbH, Münster) und Bernhard Strauch (Stahlgruber GmbH, Poing) unterstützt. GVA-Präsident Hartmut Röhl freute sich über das einstimmige Wahlergebnis, welches das Gremium in seiner bisher geleisteten Arbeit bestätigte und der Verbandsspitze ein starkes Mandat auch für die zukünftige Vertretung der Interessen der GVA-Mitglieder aus Teilehandel, Teileindustrie sowie von Anbietern technischer Informationen gibt. Gleichzeitig bedankte er sich auch im Namen seiner Präsidiumskollegen für das entgegengebrachte große Vertrauen. Im Nachgang zur Wahl des Präsidenten und der Mitglieder des Präsidiums wählte das GVA-Präsidium die beiden stellvertretenden GVA-Vorsitzenden sowie den GVA-Schatzmeister. Bernhard Strauch bleibt 1. stellvertretender GVA-Vorsitzender, ebenfalls im Amt bestätigt wurde Fabian Roberg als 2. stellvertretender Vorsitzender. Zum neuen GVA-Schatzmeister wählten die Präsidiumsmitglieder Stephan Klatt, der damit die Nachfolge von Michael Katschmanowski antritt, der nach neun erfolgreichen Jahren nicht noch einmal für das Amt zur Verfügung stand.


 

Änderungen gibt es aus dem Kreis der GVA-Industriesprecher zu berichten. In der internen Sitzung der außerordentlichen GVA-Mitglieder aus der Kfz-Teileindustrie, die unmittelbar vor der GVA-Jahresmitgliederversammlung durchgeführt wurde, wurde Simon Frick (MANN + HUMMEL GMBH, Ludwigsburg) als Nachfolger des ausgeschiedenen stellvertretenden GVA-Industriesprechers Carsten Albath kooptiert. Simon Frick wird in dieser Funktion gemeinsam mit Thomas Koch (Fa. Robert Bosch GmbH Automotive Aftermarket, Karlsruhe) den GVA-Industriesprecher Jochen Leuthold (TRW KFZ Ausrüstung GmbH, Neuwied) unterstützen. Die nächsten regulären Wahlen der GVA-Industriesprecher stehen im kommenden Jahr an. Jochen Leuthold betonte in seinem Bericht u.a., dass sich Handel sowie Industrie gemeinsam den geänderten Anforderungen im Markt stellen und insbesondere ihre Kunden in den Werkstätten bei der erfolgreichen Gestaltung der Zukunft unterstützen möchten.

 Neben den Tagungsordnungspunkten einer Jahresmitgliederversammlung, die das Vereinsrecht vorgibt, wurden auch Inhalte der wettbewerbspolitischen und wettbewerbsrechtlichen Arbeit des GVA präsentiert und diskutiert. GVA-Präsident Hartmut Röhl nutzte die Gelegenheit, um nicht weniger als ein Umdenken in wirtschafts- und wettbewerbspolitischen Fragen von der neu zu konstituierenden Bundesregierung zu fordern. Er erläuterte, dass in der Vergangenheit bei Themen mit Bezug zum Automobil allzu oft Industriepolitik betrieben wurde, wobei die Interessen der Automobilwirtschaft auch noch fälschlicherweise allein mit denen der Fahrzeughersteller gleichgesetzt wurden. Eine neue Bundesregierung sollte die Chance nutzen, andere Prioritäten zu setzen. So müssen die Interessen der Verbraucher stärker als bisher politisches Handeln leiten. Diese haben ein berechtigtes Interesse an bezahlbarer individueller Mobilität. Dafür bedarf es der Schaffung und der Durchsetzung geeigneter rechtlicher Rahmenbedingungen für freien und fairen Wettbewerb im Kfz-Ersatzteil- und Servicemarkt. Bei vielen wettbewerbspolitisch relevanten Fragen wurden aus Sicht des GVA in der Vergangenheit Argumente und Behauptungen von Fahrzeugherstellern übermäßig stark gewichtet oder auch zu wenig hinterfragt. Wozu das führen kann, zeigte der Diesel- bzw. Abgasskandal, der dem Automobilstandort Deutschland nachhaltig großen Schaden zugefügt hat. Die Politik und die mit der Marktüberwachung beauftragten Institutionen sollten daraus lernen, mehr kritische Distanz zu wahren und verstärkt auch ein offenes Ohr für die berechtigten Anliegen und Hinweise der vielen anderen Akteure der Automobilwirtschaft zu haben.

Auch die allgemeine wirtschaftliche Lage und das Geschäftsklima der Branche wurden in vielen Gesprächen in Hannover thematisiert. Nach einem wirtschaftlich recht guten Start in das Jahr hat sich die Stimmung im Kfz-Teilegroßhandel zuletzt etwas eingetrübt, so lässt sich der allgemeine Tenor vieler Teilnehmerstimmen der GVA-Jahresmitgliederversammlung zum Geschäftsklima zusammenfassen. Gemäß den Ergebnissen der jüngsten Abfrage des GVA unter seinen Mitgliedern meldeten zwar gut 63 Prozent der Teilehändler gestiegene Umsätze nach den ersten drei Quartalen 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das sind allerdings rund 7 Prozentpunkte weniger als nach dem zweiten Quartal und etwa 20 Prozentpunkte weniger als nach den ersten drei Monaten dieses Jahres. Generell waren die ersten Monate zumeist von einem relativ ausgeprägten Auf und Ab in den Umsätzen geprägt. Im weiteren Jahresverlauf wurde die Entwicklung ausgeglichener aber die Stimmung dafür insgesamt spürbar verhaltener. Ein gutes viertes Quartal könnte dafür sorgen, dass am Ende des Jahres für den Teilehandel insgesamt eine schwarze Null stehen wird oder ein leichtes Umsatzplus möglich ist. Auch in diesem Jahr lassen sich im freien Markt ausgeprägte individuelle Unternehmenskonjunkturen beobachten, die auf eine intensive Wettbewerbssituation zwischen den freien Teilehändlern schließen lassen und des Weiteren auf generell viel Bewegung in der Branche hindeuten.

Die gern genutzte Möglichkeit zur intensiven Kommunikation bot sich den Teilnehmern vor allem bei einem gemeinsamen Abendessen. Im Rahmen dieses Zusammenkommens wurden auch die jeweils besten Absolventen der drei Runden 2017 des Manager Fahrzeugteile geehrt.

 

 

 

GVA-Kongress zu aktuellen Herausforderungen

Der Kongress 2017 des GVA, der am Tag nach der Jahresmitgliederversammlung stattfand, widmete sich schwerpunktmäßig aktuellen Herausforderungen, die mit der Digitalisierung der Automobilwirtschaft verbunden sind sowie künftigen Chancen auf dem Kfz-Ersatzteilmarkt.

Der Zugang zu den Daten im Fahrzeug ist in Zeiten zunehmender Vernetzung von großer Bedeutung für alle Akteure im Kfz-Ersatzteil- und Servicemarkt. „Wer die Daten hat, macht das Geschäft“ bildete daher nicht von ungefähr den Titel des Auftaktvortrags zum GVA-Kongress 2017. Referent Walter Birner, Carmunication – Bereitstellung von KFZ-Daten e.V., stellte darin den aktuellen Arbeitsstand der CARMUNICATION Plattform vor. Ziel des Projekts ist es, allen Interessierten und dazu Berechtigten live Fahrzeugdaten im Rahmen einer Branchenlösung zur Verfügung zu stellen. Alexander Haid, Caruso GmbH, präsentierte in seinem anschließenden Referat den digitalen Marktplatz Caruso. Dieser soll ermöglichen, dass Aftermarket relevante Daten verschiedener Quellen gesammelt, standardisiert und verteilt werden können.


 

Sebastian Kempf, McKinsey & Company, fasste in seinem Vortrag „The changing aftermarket game – opportunities for automotive suppliers and distributors“ wesentliche Aspekte der gleichnamigen Studie seines Unternehmens unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive des Großhandels zusammen. Der Referent analysierte in seinen Ausführungen insbesondere die Wachstumsaussichten des Kfz-Aftermarket angesichts eines tiefgreifenden Wandels der Marktstrukturen und ging auf verschiedene globale Trends ein, die disruptiv für die Branche sind. Nicht zuletzt präsentierte er den Teilnehmern Handlungsempfehlungen, wie den Herausforderungen erfolgreich begegnet werden kann. Georges T. Roos, renommierter Schweizer Zukunftsforscher, setzte mit dem Abschlussreferat des GVA-Kongresses 2017 ein Zeichen gegen Zukunftsskepsis. Er lieferte anhand von Beispielen aus der Vergangenheit und der Gegenwart zahlreiche Belege dafür, dass sich – vor allem getrieben durch technologischen Fortschritt – die Lebenssituation vieler Menschen verbessert hat und bestätigte damit seine These „die Zukunft ist besser als ihr Ruf.“ Die mehr als 290 Teilnehmer des GVA-Kongresses zeigten sich zufrieden mit der Veranstaltung.


 

Die nächste GVA-Jahresmitgliederversammlung mit anschließendem Kongress findet am 20./21. November 2018 in Hannover statt.

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